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Kreis Waldshut - Waldshut

7. Sep 2010 - 10:47 Uhr

Unfälle mit Wildtieren - Polizeidirektion Waldshut-Tiengen rät: Autofahrer sollen sich der Gefahr bewusst werden und sich auf eine Begegnung mit Wildtieren einstellen

Derzeit sind im Landkreis Waldshut wieder vermehrt Wildunfälle zu verzeichnen, im vergangenen Monat wurden 22 dieser Unfälle polizeilich aufgenommen. Es sind vor allem Unfälle mit Rehwild und Wildschweinen, in der Gegend um St. Blasien auch Kollisionen mit Rotwild, die mitunter erhebliche Folgen nach sich ziehen.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, wollen wir wieder auf diese Gefahren hinweisen. Die Autofahrer sollen sich dieser Gefahr bewusst werden und sich auf eine Begegnung mit den Wildtieren einstellen können.

Die Empfehlungen der Polizei:

• Reduzieren Sie bei Fahrten durch Wald- und Wiesengebiete die Geschwindigkeit, rechnen Sie insbesondere in den frühen Morgenstunden, bei Dämmerung und in der Nacht mit Wildwechsel.

• Beachten Sie Warnschilder für Wildwechsel, passen Sie Ihre Fahrweise an, seien Sie bremsbereit.

• Sofern Wild am Fahrbahnrand steht, ist das folgende Verhalten zu raten: Abblenden – Abbremsen – Hupen – Anhalten.
Schalten Sie die Warnblinkanlage an, wenn sich die Tiere entfernen, passieren Sie die Stelle in Schrittgeschwindigkeit und beobachten Sie den Fahrbahnrand genau.

• Vorsicht! Einem Wildtier folgen meist noch weitere.

• Führen Sie bei plötzlichem Wildwechsel keine Ausweichmanöver in den Gegenverkehr durch. Bremsen Sie stark ab und halten Sie Ihre Fahrspur.
Gefährden Sie niemals Menschenleben für ein Tierleben – auch wenn Sie noch so gern für Tiere bremsen.

• Zweiradfahrer: Ein Zusammenstoß eines Zweiradfahrers mit einem Tier hat meist einen Sturz mit schwerwiegenden Verletzungen zur Folge.
Deshalb sollten Sie als Motorradfahrer hierbei einer Kombination aus Bremsen und Ausweichmanöver immer den Vorzug geben.

• Halten Sie sofort an, sofern es zum Zusammenstoß gekommen ist, schalten Sie die Warnblinkanlage an und sichern Sie die Unfallstelle ab bzw. kennzeichnen Sie die Unfallstelle deutlich sichtbar (Warndreieck).

Situationen/Örtlichkeiten

• Berühren Sie kein Wild, nehmen Sie auf keinen Fall Wild mit, Sie können wegen Jagdwilderei belangt werden. Versuchen Sie nicht verletztem Wild zu helfen. Sie können für verletztes Wild nichts Sinnvolles tun. Sie würden sich nur in Gefahr begeben.

• Melden Sie den Unfall der Polizei, machen Sie Angaben über das betroffene Tier, damit die Polizei ggf. unverzüglich den Jagdpächter informieren bzw. zur Unfallstelle rufen kann.

Allgemeine Informationen

Auf Deutschlands Straßen kracht es über 200.000 mal jährlich, wenn Wild wechselt. Noch immer unterschätzen Autofahrer die Gefährdung durch Tiere, die unvermittelt die Straße überqueren. Die meisten Wildunfälle ereignen sich aufs Jahr bezogen, im Zeitraum April – Mai und September – Oktober.

Wildunfälle sind nicht immer vermeidbar, das Risiko wird jedoch bei Beachtung der beschriebenen Verhaltensweisen erheblich gemindert.

(Presseinfo: Polizeidirektion Waldshut-Tiengen vom 7.9.10)

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