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Schwarzwald-Baar-Kreis - Villingen-Schwenningen

5. Sep 2010 - 09:59 Uhr

Landesgartenschau Villingen-Schwenningen: Zollitsch fordert mehr umweltschützende Gesetzgebung - Freiburger Erzbischof : Man muss im Einklang mit der Natur leben - Von regionalen Produkten längst verabschiedet - Essen hat seinen Preis

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"Wir können der Natur nicht unser Tempo aufzwingen", hat der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch am Sonntag in einem Pontifikalamt auf der Landesgartenschau in Villingen-Schwenningen festgestellt. Die Politik forderte er angesichts der letzten Umweltkatastrophen auf, eine verbesserte umweltschützende Gesetzgebung zu schaffen. Sonst gehe der einstige Garten Eden als Lebensraum von Gott und Mensch verloren.

Das große Kuppelzelt war mit rund tausend Gläubigen bei der Predigt von Erzbischof Robert Zollitsch bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz rief dabei zur Achtung und Wahrung der Natur auf. Jede Pflanze erinnere daran, dass die Schöpfung aus der Hand Gottes komme. Der Mensch solle Heger und Pfleger dieser Schöpfung sein. Deshalb würden jetzt auch evangelische, katholische und orthodoxe Christen jeweils am ersten Freitag im September einen Schöpfungstag feiern.

Die Natur zeige uns längst, dass nicht alles machbar sei, sagte Zollitsch. Damit trotze sie Demut ab. Jeder Gärtner kenne das, wenn er hilflos einer Armada von Schnecken gegenüberstehe " Ich kenne das auch aus meinen eigenen Garten, wenn der Regen die schön aufgeblühten Rosen zerschlägt", schilderte der Erzbischof seine persönlichen Erfahrungen in dieser Hinsicht. Zollitsch rief angesichts der Überschwemmungen in Pakistan, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und der Brände in Russland die Politiker dazu auf, vermehrt Rahmenbedingungen für eine sinnvolle, umweltschützende Gesetzgebung zu schaffen. Alle Bürger sollten zudem in Einklang mit Natur leben und entsprechend handeln.


Zollitsch warb auf der Landesgartenschau für den Kauf regionaler Produkte. Am Esstisch auf den Tellern habe man sich davon schon weitgehend verabschiedet. Zollitsch:" Nicht wenig von unserem Obst und Gemüse ist schon weit mehr in der Welt herumgekommen als wir selbst." Mit Obst und Gemüse aus regionalem Anbau lasse sich unser Tisch gut decken, meinte der Erzbischof und setzte sich für gute Preise dafür ein. "Essen hat seinen Preis und den dürfen wir auch zahlen."

Die noch bis zum 10.Oktober geöffnete Landesgartenschau sei ein herrlich gestaltetes Naturprodukt mit einem farbenfrohen Überfluss von Blumen und Blüten, stellte der Freiburger Erzbischof nach einem Rundgang bei seiner Abreise fest.

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