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Kreis Emmendingen - Emmendingen

7. Sep 2010 - 04:09 Uhr

Alles im Griff: Handwerkerstammtisch des Gewerbeverein Emmendingen beim Polizeirevier Emmendingen

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Einen eher ungewöhnlichen Treffpunkt hat sich der Emmendinger Gewerbeverein für seinen monatlichen Handwerkerstammtisch gestern Abend ausgesucht. Die Mitglieder waren zu Gast beim örtlichen Polizeirevier. Das machte die Sache aber umso spannender, wie schnell deutlich wurde.

Begrüßt wurden die Gewerbevereinsmitglieder von Kriminaloberrat Hans-Joachim Meyer, dem Leiter des Polizeireviers, der zunächst sich selbst vorstellte. Meyer ist seit 33 Jahren bei der Polizei und seit gut einem Jahr Revierführer in Emmendingen. Davor war er bei der Kriminalpolizei, woraus sich auch sein Dienstgrad erklärt. Zuletzt war Meyer stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei in Freiburg.

Anschließend erläuterte Meyer die Organisation der Polizei im Landkreis. Sie besteht aus einer Polizeidirektion, der zwei Polizeireviere, die Verkehrspolizei sowie die Kriminalpolizei nachgeordnet sind. Das größere der beiden Reviere ist Emmendingen, das kleinere Waldkirch. Polizeireviere wiederum haben einen Streifendienst, der rund um die Uhr für die Bürger der Stadt im Einsatz ist sowie einen Tagesdienst der aus der Führungsgruppe besteht, einem Bezirksdienst für weitergehende Ermittlungen sowie mehreren Polizeiposten.

Meyer machte deutlich, dass die Polizei in ihrer Entwicklung nicht stehengeblieben ist sondern ständig modernisiert wird. Das gilt für den Einsatz moderner Controllingmethoden nach Art einer Balanced Score Card genauso wie für intelligenten Personaleinsatz. Zu den Forderungen nach mehr Personal sagte Meyer: Ein Polizeirevier brauche eine gewisse Personaldecke, um seinen Dienstbetrieb gewährleisten zu können.

Mehr Personal sei aber beispielsweise keine Garantie für eine höhere Aufklärungsquote. Letztlich entscheidend sei der professionelle und zielgerichtete Einsatz der vorhanden Ressourcen. Wie Meyer erläuterte, steckt die Polizei einiges in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. So müsse jeder Beamte eine Anzahl Stunden Einsatztraining im Jahr absolvieren und Dienstsport betreiben. Außerdem bringe die technische Entwicklung in immer schnelleren Zyklen Veränderungen, denen mit einem hohen Fortbildungsaufwand begegnet wird.

Das Ziel der Emmendinger Polizei sei es, bürgernah und schnell zu helfen, Maßnahmen nötigenfalls aber auch konsequent durchzusetzen. Dabei lege er Wert auf einen korrekten Umgang mit dem Bürger, so Meyer: “Es muss sich keiner dafür bedanken, dass er einen Strafzettel bekommt. Aber es sollte nicht an der Art des Auftretens der Beamten liegen.” Emmendingen habe im vergangenen Jahr einen Rückgang bei Straftaten verzeichnet und habe mit 56 Prozent eine gute Aufklärungsquote. Wobei Statistiken immer genau betrachtet werden müssten, so Meyer, weil die Zusammenhänge zwischen Art der Straftaten, Anzahl und Aufklärungsquote sehr kompliziert seien.

Zur Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen sagte Meyer: Die Zusammenarbeit sei sehr gut. Es würden auch gemeinsame Streifen durchgeführt. Eine direkte gemeinsame Ermittlungstätigkeit über die Grenzen hinweg sei aber wegen der unterschiedlichen rechtlichen Vorraussetzungen kaum möglich. Die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern sei dagegen reibungslos. Zwar hätten die Länderpolizeien unterschiedliche Organisationsstrukturen. Die rechtlichen Grundlagen sein jedoch die gleichen.

Im Anschluss führte Meyer die Teilnehmer durchs Haus. Polizeihauptkommissar Klein erläuterte die Notrufzentrale, Meyer die Arrestzellen. Dabei konnten die Mitglieder des Gewerbevereins hautnah erleben, dass die Polizei auch an einem stinknormalen Montag nicht über Langeweile zu klagen hat. Deutlich wurde aber auch, dass sowohl die Kommunikation als auch die Baulichkeiten modernsten Anforderungen entsprechen.

Dass die Organisatorinnen Christl Gräber vom Gewerbeverein und Petra Mörder von der Stadtverwaltung mit dem Termin bei der Polizei ins Schwarze getroffen haben, zeigte die Vielzahl der Fragen die an Achim Meyer gerichtet wurden. Christl Gräber bedankte sich den auch beim Gastgeber und bekundete, sie fühle sich im Dienstbereich der Emmendinger Polizei gut aufgehoben: Schön zu wissen, dass jemand da ist, der über der Sache steht. Auch Karl-Friedrich Jundt-Schöttle, Sprecher der Initiative Wirtschaft zollte der Polizei Lob und rief in Erinnerung welches Privileg es ist in einem funktionierenden Staat zu leben mit einer verlässlichen Polizei.

Damit dürfte Achim Meyer sein Ziel erreicht haben - mehr Verständnis für die Arbeit der Polizei: “Wenn Sie wieder einmal mit der Polizei zu tun haben, erinnern Sie sich vielleicht an den heutigen Abend”, so Meyer zum Abschied.

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