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Überregional - Kaikoura - Neuseeland

27. Oct 2011 - 09:16 Uhr

Unterwegs in Neuseeland: "Einmal ans andere Ende der Welt bitte!" - Aktuelles Reisetagebuch von Nadja Kölblin - Folge 11: Down Under - Part 2

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RegioTrends-Leserin Nadja Kölblin verbringt ihren Auslandsaufenthalt in Neuseeland und führt für RegioTrends ein Tagebuch, das die Leser an ihren Eindrücken dort teilhaben lässt:

>> Folge 11: Down Under - Part 2

>> Folge 10: Down Under - Part 1

>> Folge 9: Heading North!

>> Folge 8: Wild Wild West!

>> Folge 7: Fünf Wochen in Glentanner

>> Folge 6: Silvester in Queenstown & ein Job in Glentanner

>> Folge 5: Weihnachten mit 30°C am Pool und Sonnenbrand

>> Folge 4: Schneemänner am Strand und die erste Konfrontation mit Neuseelands Cops

>> Folge 3: Vom Strandhaus zum 24$-Zelt

>> Folge 2: Per Anhalter in den Norden

Folge 1:

"Ich habe Deutschland vor genau 54 Tagen verlassen, um nach einer 40-Stunden-Reise schließlich am anderen Ende der Welt, in Neuseeland anzukommen. Nun habe ich die Ehre wöchentlich davon zu berichten, was ich hier erlebe, welche Erfahrungen ich sammle oder welcher Teil der atemberaubenden Landschaft mir dieses Mal die Sprache verschlagen hat.

Warum Neuseeland?

Das Neuseeland das von Deutschland so ziemlich am weitesten entfernte Land ist, war ein Grund warum ich mich dafür entschieden habe für letztendlich fünf Monate in das "Land der weißen Wolke" zu reisen. Ein anderer war natürlich die Landschaft die mich bisher noch nicht enttäuscht hat und mir tatsächlich das Gefühl gibt, ich könnte auch in Tolkiens Mittelerde gelandet sein. Neuseeland ist wirklich so vielseitig wie man hört bzw. sich vorstellt: Richtung Osten kann der Südpazifik und ein endlos langer Sandstrand liegen und gleichzeitig kann man im Westen riesige, schneebedeckte Berge sehen. Fasziniernd.

"The World is...naja, WAS here to play"

Die letzten sechs Wochen drehte sich nicht nur in Auckland, sondern in ganz Neuseeland, alles um ein Event: der Rugby Worldcup (RWC) im eigenen Land. Seit Anfang September sieht man an jeder Ecke, jedem Fenster, vielen Autos und sogar an zahlreichen Weidezäunen irgendwo im Nirgendwo die Flagge der ALL BLACKS. Das neuseeländische Rugby-Team wird hier wirklich von jedem vergöttert und das auch nicht zu Unrecht: die ALL BLACKS haben es tatsächlich geschafft Frankreich im Finale am Sonntag zu schlagen und Weltmeister im eigenen Land zu werden. Seitdem fühlt man sich hier in Neuseeland wie im Rugbyhimmel. Auch wenn Rugby in Deutschland alles andere als populär und beliebt ist, wurde der RWC für mich definitiv zum "Frühlingsmärchen" und ich zum absoluten ALL BLACKS-Fan.

Meine ersten acht Wochen in "Aotearoa"

Zwei Wochen lang wurde ich in Auckland in die Lehre des Rugby eingeführt, habe versucht mir von den ca. 3687356 Regeln dieses komplizierten Sports etwa 20 zu merken, die Stadt vom Skytower aus bestaunt, die schwarzen Strände von Piha und Karekare bewundert, mir im "Museum of Auckland" die Geschichte der Maoris näher bringen lassen, bin auf die Spitze Neuseelands jüngster Vulkaninsel Rangitoto gewandert und habe versucht mir das "easy-going", den neuseeländischen "way of life" anzueignen.

Danach bewunderte ich die Schönheit der "Coromandel Peninsula", das Mallorca der Kiwis. Endlose Strände für Wassersport jeglicher Art, einsame Buchten, beeindruckende Berge in der Mitte der Halbinsel und die zu der Zeit noch ziemlich verschlafenen kleinen Orte, haben hier wirklich für jeden etwas zu bieten.

Weiter ging es nach Rotorua, das für seinen einzigartigen Gestank bekannt ist. Dort badete ich z.B. in einem der nach Schwefel stinkenden Hot-Pools, nur eines der vielen thermischen Wunder die Rotorua zu bieten hat.

An der kleinen, aber feinen Hauptstadt Wellington habe ich vor allem auf Grund ihrer zahlreichen kleinen Cafés, Bistros und Pubs Gefallen gefunden. Auch wenn "Windy Welly", das seinem Spitznamen alle Ehre machte, mit seiner Größe und Einwohnerzahl mit Auckland sicherlich nicht mithalten kann, kann man sich letztendlich nur auf Grund des Charmes der Stadt erklären, warum sie zur Hauptstadt Neuseelands wurde.

Nach Wellington verließ ich die Nordinsel und es ging mit dem Flugzeug rüber in den kalten Süden. Als ich in Christchurch ankam, war ich zuerst einmal geschockt. Ich wusste ja, dass es 2010 ein großes Erdbeben in Christchurch gegeben hat, aber das die Stadt noch immer total zerstört ist, das war mir nicht bewusst. Das City Centre ist gesperrt und muss komplett neu aufgebaut werden. Um von A nach B zu kommen, muss man riesige Umwege in Kauf nehmen, da sehr viele Straßen wegen Einsturzgefahr gesperrt sind. Überall sieht man zerstörte Gebäude, die noch nicht einmal abgerissen werden konnten. Christchurch, welches ein Jahr zuvor noch eine sehr schöne und für Neuseelands Verhältnisse alte Stadt gewesen sein muss, wird es so nie wieder geben.

Nachdem ich vier Wochen nichts anderes gemacht habe als Geld auszugeben, bin ich dann endlich auf eine Farm in Amberley, nördlich von Christchurch, um dort für Unterkunft und Essen zu arbeiten und das wichtigste: um Geld zu sparen. Das Highlight der Arbeit dort, die sonst über kleine Jobs wie z.B. Unkraut zupfen nicht wirklich hinaus ging, war das Schafe zusammentreiben. Es war wirklich fasznierend in was für einer kurzen Zeit die sogenannten Working-Dogs die Schafe zusammentreiben können. An meinem einzigen freien Wochenende besuchte ich eine Freundin in Akaroa, südöstlich von Christchurch. Am Sonntagnachmittag griffen wir schweren Herzens ziemlich tief ins Portmonnaie, quetschten uns in einen Neoprenanzug und fuhren raus aufs Meer um mit wilden Hector-Delfinen zu schwimmen. Die Hector-Delfine gibt es nur in Neuseeland, vor allem an der Ostküste der Südinsel. Letztendlich hat sich das Geld trotz bitterer Kälte aber definitiv gelohnt.

Das letzte Wochenende verbrachte ich dann wieder in Christchurch, um mir das Finale des RWC in der Fanzone im Hagley Park anzuschauen.

Jetzt bin ich gerade in Kaikoura, nördlich von Christchurch und leider regnet es hier die ganze Zeit, so dass man nicht wirklich viel unternehmen kann. Ich hoffe, das ändert sich morgen, damit ich nächste Woche dann wieder genug zu berichten habe."

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