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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

30. Jan 2012 - 16:43 Uhr

Bleibende Werte sorgen für positive Stimmung: Handwerk im 4. Quartal 2011 auf hohem Konjunkturniveau

Eine etwas schlechtere Entwicklung der deutschen Wirtschaft im vergangenen Quartal und eine unsichere Entwicklung im kommenden Jahr können die Handwerker in Südbaden nicht schocken: Die Stimmung unter den Betrieben ist trotz Währungskrise und schwächerem Welthandel weiterhin blendend. Das geht aus einer Umfrage der Handwerkskammer Freiburg hervor. Der Konjunkturindikator des südbadischen Handwerks stieg demnach im letzten Quartal 2011 auf +60,4 Punkte und hat damit binnen eines Jahres mehr als ein Drittel zugelegt.

Wie bereits das gesamte Jahr 2011 waren auch die letzten Monate für die südbadischen Handwerker vorrangig geprägt von guter Geschäftslage, hoher Betriebsauslastung und Umsatzzuwächsen. Nahezu zwei Drittel (64,0 Prozent) der Handwerksunternehmen schätzen daher ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ ein. Vor einem Jahr lag der Anteil der positiven Einschätzungen noch bei 46,5 Prozent. Nur 6,1 Prozent der Handwerksbetriebe sind mit der Geschäftsentwicklung des vergangenen Quartals nicht zufrieden. Die Aussichten bewerten die befragten Handwerksbetriebe trotz der Konjunkturrisiken noch besser: Mehr als zwei Drittel der Befragten (67,9 Prozent) erwarten auch in den kommenden Monaten eine gute Geschäftsentwicklung. Vor einem Jahr lag dieser Wert nur bei 48,5 Prozent.

"Investitionen in bleibende Werte“
Zugpferde dieses Konjunkturoptimismus bleiben das Bauhauptgewerbe, die Ausbauhandwerke und die hauptsächlich im Metall- und Elektrobereich angesiedelten Handwerksfirmen des gewerblichen Bedarfs. Die Handwerker profitieren dabei von einem Umdenken der Verbraucher. „In Zeiten der unsicheren Finanzmärkte investieren die Menschen wieder in bleibende Werte, allen voran in Immobilien. Und sowohl bei der energetischen Sanierung als auch beim Neubau sind unsere Handwerksbetriebe gefragt“, so Johannes Burger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Freiburg. Damit die Region weiterhin von diesem Boom profitieren kann, fordert die Kammer verlässlichere Förderprogramme. „Mit mehr Planungssicherheit können unsere Betriebe einfacher neue Arbeitsplätze schaffen und ihre Kapazitäten erhöhen. Davon profitiert die gesamte Region“, so Burger.

Beständige Auftragslage
Die Auftragseingänge im südbadischen Handwerk liegen im vierten Quartal 2011 auf einem ähnlichen Niveau wie in den Wintermonaten des letzten Jahres. 27,0 Prozent der Handwerker berichteten von einer Erhöhung ihres Auftragsbestandes (2010: 28,4 Prozent). 16,4 Prozent der Befragten beklagten einen Rückgang der Auftragseingänge (2010: 18,0 Prozent). Auch wenn sich die Auftragslage saisonbedingt abschwächen wird, werden die Auftragsbücher auch in den kommenden Monaten nicht leer: 20,9 Prozent der Handwerksunternehmen rechnen mit Zuwächsen beim Auftragseingang (Vorjahr: 14,7 Prozent).

Hohe Betriebsauslastung
Die Handwerker im Kammerbezirk haben gut zu tun. Nennenswerte Kapazitätsfreiräume (Auslastung unter 60 Prozent) hatte im Winter 2011 nur jeder siebte Handwerker (13,6 Prozent). Fast jeder Zweite (45,9 Prozent) nutzt zwischen 80 und 100 Prozent der verfügbaren Kapazitäten. Nahezu jeder fünfte Betrieb (17,1 Prozent) ist an der Kapazitätsgrenze und hat einen Auslastungsgrad von über 100 Prozent. Dennoch brauchen die Kunden keine Angst vor Engpässen zu haben: „Wer zurzeit keinen Auftrag annehmen kann, verweist den Kunden meist an einen vertrauenswürdigen Kollegen“, erläutert Burger.

Erneutes Umsatzplus
Die Umsatzzahlen der südbadischen Handwerker sind zum Jahresende hin noch einmal gestiegen. So konnten 38,4 Prozent der Befragten von einem Umsatzplus berichten (Vorjahr: 30,7 Prozent). Nur 13,3 Prozent der Betriebe mussten Umsatzrückgänge hinnehmen (Vorjahr: 14,9 Prozent). Saisonbedingt fallen die Umsatzerwartungen für das nächste Quartal pessimistischer aus. Während der Anteil der Befragten, die mit volleren Auftragsbüchern rechnen, mit 14,6 Prozent ungefähr auf dem Niveau des Vorjahresquartals liegt (14,3 Prozent), erwarten aber nur noch 29,5 Prozent der Handwerker sinkende Umsätze. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 38,1 Prozent.

Mehr Beschäftigte
Das südbadische Handwerk hat in den vergangenen drei Monaten zudem mehr Arbeitsplätze geschaffen. Jeder neunte Handwerksbetrieb (11,5 Prozent) beschäftigt derzeit mehr Mitarbeiter als im Vorquartal, während nur 4,7 Prozent der befragten Unternehmen weniger Personal haben. Vor einem Jahr hatten nur 2,8 Prozent der Befragten angegeben, ihre Mitarbeiterzahl erhöht zu haben. Und auch in den kommenden Monaten haben 9,6 Prozent eine Aufstockung des Personals geplant.

(Presseinfo: Jürgen Galle, Handwerkskammer Freiburg, vom 430.1.12)

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