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Kreis Emmendingen - Riegel

21. Dec 2011 - 18:02 Uhr

Kunsthalle Messmer zeigt vom 3. März bis 26. August 2012 LE CORBUSIER & ANDRÉ EVARD - Vom Jugendstil zur Moderne

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Mit dem berühmten Architekten, Designer und bildenden Künstler Le Corbusier (1887-1965) und dem Maler André Evard (1876-1972), einem wegweisenden Künstler der Schweizer Moderne, eröffnet die kunsthalle messmer das Ausstellungsjahr 2012. Als einziges Museum im deutschsprachigen Raum widmet die Riegeler Kunsthalle damit dem großen Architekten eine besondere Werkschau anlässlich seines diesjährigen 125. Geburtstages und gedenkt gleichzeitig dem 40. Todestag von André Evard.

Die Entwicklung beider Künstlerpersönlichkeiten, deren gemeinsame Anfänge in der Kunstgewerbeschule in La Chaux-de-Fonds im Kreise des Hodler-Schülers Charles L´Eplattenier (1874-1946) liegen, reicht vom Jugendstil bis hin zur konstruktiven Moderne. Die Ausstellung bildet mit Malerei, Fotografie und Grafik, Architektur und Design die Bandbreite der bildendenden wie der angewandten Kunst im 20. Jahrhundert ab.

In der Ausstellung wird gezeigt, dass der viel bewunderte und gleichzeitig ob seiner radikalen Wohnkonzepte durchaus umstrittene Corbusier weit mehr war als Architekt und Designer. Von Charles-Eduard Jeanneret, wie Corbusiers bürgerlicher Name lautete, wird es in dieser Ausstellung zahlreiche Arbeiten geben, die zur Neuentdeckung eines wahren Gesamtkünstlers einladen. Neben ´Klassikern´ Corbusiers wie die Chaiselongue LC4 von 1928 und Skizzen zur Kapelle von Ronchamps oder der Weißenhofsiedlung werden seltene Leihgaben internationalen Ranges zu sehen sein: Dabei handelt es sich um wichtige Zeichnungen aus seinem noch weithin unbekannten Jugendstil-Frühwerk, um Malereien aus seiner puristischen Phase und um Plastiken der 40er Jahre, die bisher kaum ausgestellt wurden.

Im Rahmen der Ausstellung, die chronologisch nach Jahrzehnten aufgebaut ist und von einer informativen allgemeinhistorischen Zeitliste ergänzt wird, werden Gemeinsamkeiten und Parallelen zwischen dem Architekten Le Corbusier und dem Maler André Evard aufgedeckt, die der Öffentlichkeit erstmals in dieser Form präsentiert werden.
Der künstlerische Ursprung beider Künstler liegt im Schweizer Jugendstil, der sich um die Jahrhundertwende rund um die Stadt La Chaux-de-Fonds im Jura etablierte, dem damaligen Zentrum der Schweizer Uhrenindustrie. Von 1904 bis 1909 besuchten Le Corbusier und André Evard an der örtlichen Kunstgewerbeschule den Unterricht des Hodler-Schülers Charles L´Eplattenier, der als einer der wichtigsten Vertreter des Schweizer Jugendstils gilt. Auch wenn der Schwerpunkt der Kunstgewerbeschule auf Goldschmiedekunst und Gravur lag, brachte L´Eplattenier seinen Schülern die Beschäftigung mit Malerei, Architektur und Bildhauerei nahe und vermittelte Ihnen eine rege Bandbreite künstlerischer Techniken und Ausdrucksformen.

Charles L’Éplattenier entwickelte mit seinen Schülern eine eigene Ausprägung des Jugendstils, die nach einem häufig wiederkehrenden Motiv auch style sapin („Tannenstil“) genannt wird und vor allem an einem intensiven Studium der Natur und an einer künstlerischen Stilisierung der dort vorgefundenen Strukturen interessiert war. Durch intensive Naturstudien und geometrische Analyse lehrte L´Eplattenier seinen Studenten, Ornamente zu abstrahieren, die dann in die Gestaltung von Häusern und Gegenständen eingebunden wurden. Beispielhafte Anwendung fand dieses Gestaltungsmerkmal in der Villa Fallet, einer gemeinschaftlichen Villenausgestaltung von Corbusier und Evard.

Die Suche nach einer strukturalen Logik hinter den Erscheinungsformen der Natur und die geometrische Reduktion in zweidimensionale Formen ebneten Evard und Le Corbusier den Weg in die Moderne.

Die Nähe zur Avantgarde suchten die Künstler in Paris. Corbusier siedelt sich ab 1917 in Paris an, Evard hält sich zwischen 1923 bis 1931 mehrfach für längere Aufenthalte in der Metropole auf. In Paris lernte der Maler Evard Künstler wie Braque, Delaunay und van Doesburg kennen, der ihn sogar zur Mitarbeit in der De-Stijl-Gruppe zu gewinnen sucht. In den Pariser Jahren entsteht u.a. die beeindruckende Rosenserie. Die thematisch-serielle Behandlung der Rose prägt eine ganz wesentliche Schaffensperiode des Künstlers: wie Mondrian am Beispiel des Baumes vollzieht Evard anhand des Rosenmotivs eine beispielhafte Steigerung der Abstrahierung vom naturhaft gesehenen Gegenstand bis hin zur vollends konstruktivistischen Darstellung. Einige von Evards wichtigsten ungegenständlichen Arbeiten dieser Zeit werden zum Teil im Salon des Indépendants und im Salon d’Automne ausgestellt.

Le Corbusier wiederum lernt in Paris den Maler Amédee Ozenfant kennen. Gemeinsam setzten sie sich intensiv mit dem Kubismus auseiander und veröffentlichen mit „Après le Cubisme“ ein Manifest für den Purismus, der in bildender Kunst wie Architektur rein dekorative Effekten zugunsten elementarer geometrischer Formen ablehnt. 1920 gründen Ozenfant und Le Corbusier die Zeitschrift L`Esprit Nouveau, in der der Architekt erstmals den Namen seines Großvaters als Pseudonym benutzt. Der Name Le Corbusier sollte sich zu einer regelrechten Marke entwickeln.

Die Prophezeiungen des Lehrers L´Eplattenier zu Le Corbusier, dem er eine Karriere als Architekt voraussah und zu Evard, den er als „Juwelier der Malerei“ erkannte, verwirklichten sich: Le Corbusier wurde zu dem herausragenden Architekten der Moderne, André Evard entwickelt sich zu einem Meister der Miniatur und der Serie sowie zum wichtigen Vertreter der Schweizer Avantgarde.

Wir danken den Leihgebern
Fondation Le Corbusier Paris
ETH Zürich
Vitra Design Museum, Weil am Rhein
Musée des Beaux Arts de La Chaux-de-Fonds

kunsthalle messmer, Grossherzog-Leopold-Platz 1, D-79359 Riegel
Tel. 07642 - 920 16 20, Fax 07642 - 920 16 29, info@messmerfoundation.com
www.messmerfoundation.com

Öffnungszeiten Di-So 11-17.00 Uhr
Öffentliche Führungen am jeweils 2. Mittwoch im Monat um 17.15 Uhr

(Presseinfo: Jürgen A. Messmer, Kunsthalle Messmer vom 21.12.2011)

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